Intelligentes Design

Eine Tokioter Architektin und Designerin schafft mit Umsicht innovative neue Räume

Tomoko Ikegai

Architektin, Designerin; Gründerin, IKG Inc.

„Jedes Element in einer Wohn- oder Arbeitsumgebung sollte eine Wirkung auf die in dem Raum lebenden Personen haben“, sagt Tomoko Ikegai, um ihre Architektur- und Designphilosophie zu erklären. „Es ist mir wichtig, sorgfältig auf alles zu achten, von technischen Elementen, wie der Klimaanlage, bis zu kleinen Objekten, wie Gabelablagen, damit alles zusammenwirkt und eine Gesamtatmosphäre schafft.“

Die in Tokio geborene Tomoko Ikegai verbrachte in jungen Jahren Zeit in New York City, als die Arbeit ihres Vaters die Familie in die USA führte. „Danach sind wir dutzendfach umgezogen, aber jedes Haus, in das wir umzogen, hat mich mit seiner neuen Umgebung interessiert.“ Sie sagt, dass die Erfahrung sie dazu inspiriert hat, ihrer Leidenschaft für Architektur und Design zu folgen.

Tomoko Ikegai beginnt ihren Designprozess mit einem Gesamtkonzept vor Augen.

Lokale Empfehlungen

Eine Tour Tokios mit Tomoko Ikegai

Da Tomoko Ikegai viele Jahre im Ausland lebte, lernte sie Tokio bei jeder Rückkehr mehr schätzen. Dies half ihr zu erkennen, was sie als eine der einzigartigsten Eigenschaften ihrer Heimatstadt sieht. „Die Essenz Tokios oder Japans ist keine Form, die man sieht, sondern ein stilles Gefühl der Schönheit. Ob dies von der Gesamttextur einer Umgebung herrührt oder der Farbe eine Raumes, das Layout verschiedener Orte wird hier sorgfältig geschaffen.“

Ikegai entwickelt eine Besichtigungstour Tokios für Reisende, die sich für Design begeistern: Von einem Viertel mit dem höchsten Anteil an Gebäuden, die von mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Architekten entworfen wurden, bis zur besten Zeit, um die wunderbaren Tempel und Schreine der Stadt zu erkunden.

Besichtigungen in Tokio

In den Tempeln und Schreinen der Stadt vereinen sich Geschichte und Schönheit

Ikegai findet in der ewigen Schönheit der Tempel und Schreine Tokios eine Zuflucht vor der Intensität der Hauptstadt. Nur einen kurzen Spaziergang von Ikegais Lieblingsviertel, Aoyama, finden Sie Meiji Jingu (1-1 Yoyogi-Kamizonocho, Shibuya; +81-3-3379-5511). Die 1920 eröffnete, relativ moderne Oase befindet sich inmitten eines üppigen, vom Menschen geschaffenen Waldes. Der Landschaftsarchitekt Seiroku Honda pflanzte Bäume, die sich an das ständig wandelnde Klima und die Erde anpassen und ein Teil eines zukunftsgerichteten ökologischen Planes für den Wald sein würden. Ungefähr 170.000 Nadelbäume von 245 verschiedenen Arten wurden aus Regionen des ganzen Landes gespendet, um den ersten „ewigen“ Stadtwald der City zu pflanzen. Lassen Sie sich von der Größe des 12 Meter hohen Torii (Schreintor) am Eingang beeindrucken, einem der größten in Japan, das aus einer 1.500 Jahre alten Zypresse gefertigt wurde. Betreten Sie vor dem Hintergrund des modernen Skytree den Zojoji-Tempel (4-7-35 Shibakoen, Minato; +81-3-3432-1431) durch das Sangedatsumon-Haupttor. Es ist die einzige ursprüngliche Struktur, die von dem Tempel aus dem Jahr 1622 noch steht. Der Großteil wurde neu aufgebaut, nachdem er bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Laut der Legende werden Besucher, die die drei Abschnitte des Tors durchschreiten, von den Gefühlen der Gier, des Hasses und der Torheit befreit.

Fukagawa Fudo (1-17-13 Tomioka, Koto; +81-3-3641-8288) ist eine interessante Mischung aus Alt und Neu. Die neue, 2012 erbaute Haupthalle ist auffällig kubistisch und bildet einen starken Kontrast zur danebengelegenen früheren Haupthalle, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf Grundlage des ursprünglichen Gebäudes von 1881 wiederaufgebaut wurde. Verpassen Sie im Inneren nicht den Gebetskorridor, in dem 10.000 Kristallgefäße mit Miniatur-Statuen von König Fudo gefüllt sind. Nehmen Sie an einem Goma (Feuerritual) teil, das täglich mit Untermalung durch die imposanten Töne der Taiko-Trommler stattfindet. Für eine andere Perspektive schlägt Ikegai vor, Tempel und Schreine nach Sonnenuntergang zu besuchen. „Sie können zwar vielleicht das Innere nicht sehen, aber Sie können den Frieden im Mondlicht genießen und eine andere Atmosphäre als die Geschäftigkeit während des Tages erleben.“

Visuelle Freuden

Von Menschenhand geschaffene und natürliche Wunder für alle Jahreszeiten

Alle vier Jahreszeiten bieten in Tokio etwas visuell Umwerfendes. Im Herbst glänzt Tokio mit natürlicher Farbe. Verpassen Sie nicht die Gingko-Bäume im Koishikawa Korakuen Garden (1-6-6 Koraku, Bunkyo; +81-3-3811-3015), die sich Ende November in ein leuchtendes Gelb verfärben. „Die Hauptsaison für die Bäume ist sehr kurz, aber sie ist es wert, gesehen zu werden“, sagt Ikegai. Tokios nächtliche Shows der Winterbeleuchtung beginnen im November und viele bezaubern bis in das Frühjahr. Die Marunouchi Illumination ist mit einer Million champagnerfarbener LED-Lichter, die die Bäume entlang Naka-dori zieren, eine der elegantesten Versionen. Von Ende März bis Anfang April erblühen die Kirschbäume mit farbigen Blüten, und alle versammeln sich für die jährliche Tradition des Hanami (Blumenbetrachtung). Ikegais Lieblingsplatz liegt am Meguro River, (Meguro Tourism Association, 2-1-3 Kamimeguro; +81-3-5772-6850), wo rund 800 Kirschbäume das Flussufer säumen. Nachts werden die Blüten am Fluss durch Hunderte von Papierlaternen beleuchtet, die eine himmlische Atmosphäre schaffen. Für ein farbenfrohes Schauspiel im Sommer empfiehlt Ikegai, eine Reservierung Ende Juli bei Yakata Boat Hamadaya (1-14-5 Yanagihara, Adachi; +81-3-3881-2314) zu machen, um das Sumida River Fireworks Festival bei einer Fahrt auf dem Wasser und einem traditionellen japanischen Abendessen zu erleben.

Architektur-Tour

Preisgekröntes Design in Aoyama

Das schicke Viertel Aoyama hat sich einen Namen als globale Hauptstadt des Stils erworben und die Gebäude sind hier genauso schick wie die Mode. „Der wahre Charme dieser Gegend ist, dass die Menschen nicht nur zum Einkaufen hierher kommen, sondern hier leben. Wenn man von Omotesando nach Süd-Aoyama spaziert, sieht man schöne Gebäude und Boutiquen“, sagt Ikegai, die gerne darauf hinweist, dass es in Aoyama mehr von mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Architekten entworfene Gebäude gibt als fast überall sonst auf der Welt. Der Einkaufs- und Restaurantkomplex Omotesando Hills (4-12-10 Jingumae, Shibuya; +81-3-3497-0310) ist aus vielen Gründen interessant, sagt sie, aber besonders aufgrund seines Designs durch den Preisträger von 1995, Tadao Ando. Innen folgen die Läden dem Verlauf der Omotesando Avenue, während drei der sechs Etagen des Hills unterirdisch verlaufen. Auch im der Unterwäschemarke Wacoal gehörenden Spiral Building (5-6-23 Minami-Aoyama, Shibuya; +81-3-3498-1171) zeigt sich brillantes Design. Hier können Besucher eine Kunstgalerie und Geschäfte besuchen und in den verschiedenen Restaurants, im Teehaus oder Café eine Pause einlegen. Aber der Mittelpunkt des von Fumihiko Maki entworfenen Gebäudes ist die spiralförmige Rampe, die eine durchgängige Route durch das Gebäude ermöglicht. „Aoyama ist ein Viertel der Mode, aber es ist wirklich voller schöner Gebäude, die von sehr bekannten Architekten entworfen wurden“, sagt Ikegai.

Museumspfad

Erkunden Sie einige der führenden privaten Kunstsammlungen der Stadt

Das auf dem Anwesen des Geschäftsmann und Philanthropen Kaichiros Nezu gelegene Nezu Museum (6-5-1 Minami-Aoyama, Minato; +81-3-3400-2536) zeigt Kunstwerke und -objekte verschiedener Jahrhunderte und ist wirklich beeindruckend. Die Sammlung umfasst über 7.400 Exponate, darunter japanische und ostasiatische Antiquitäten sowie Nezus begehrte Teewaren, die teilweise bis ins sechste Jahrhundert zurückgehen. Das private Anwesen eines anderen Tycoons ist die Heimat modernerer Werke. Das in einer für den Geschäftsmogul Kunizo Hara erbauten renovierten Bauhaus-Villa aus dem Jahr 1938 gelegene Hara Museum of Contemporary Art (4-7-25, Kita-Shinagawa; +81-3-3445-0651) wurde 1979 von Haras Enkel, Toshio, in ein Museum umgewandelt. Das dreistöckige Gebäude ermöglicht ein intimes Ausstellungserlebnis, bei dem Werke des Pop Art und von abstrakten Expressionisten, wie Andy Warhol, Jasper Johns und Jackson Pollack, ausgestellt sind. Besuchen Sie zum Tee das lichtdurchflutete Café, in dem man durch die raumhohen Fenster hinaus auf den Skulpturengarten des Anwesens blickt.

Laut Ikegai hat das Atelier und Zuhause des erfolgreichen Avantgarde-Künstlers Taro Okamoto „dieselbe außergewöhnliche Energie, die man in Okamotos Werken findet“. Okamoto wurde Japans Picasso genannt und seine Kunst wurde stark durch den spanischen Maler beeinflusst. Das Taro Okamoto Memorial Museum (6-1-9 Minami-Aoyama, Minato; +81-3-3406-0801) zeigt die skurillen Stücke des Künstlers sowie die seiner Eltern, des Comiczeichners und Schriftstellers, Ippei Okamoto, und der Dichterin und Romanautorin, Kanoko Okamoto.

Genüsse Tokios

Speisen und Getränke

Das 1880 eröffnete angesehene Kanda Yabu Soba (2-10 Kanda-Awajicho, Chiyoda; +81-3-3251-0287) steht auf Ikegais Liste der Soba-Lokale, die man in Tokio besuchen sollte, ganz oben. „Es ist seit vielen Generationen eine Familientradition, an Neujahr Soba-Nudeln zu essen, und das ist der richtige Ort dafür“, sagt Ikegai. „An Silvester muss man zwei Stunden lang warten“ fügt sie hinzu, „aber es ist jede Minute wert.“ Man findet hier das ganze Jahr über eine Schlange, die für Soba im Seiro-Stil ansteht, feste Nudeln aus zehn Teilen Buchweizenmehl zu einem Teil Weizenmehl, die dann in einer schmackhaften Brühe schwimmen. Auf keinen Fall sollte man die Soba-Nudeln in Tsuyu-Suppe mit knusprig frittierten Shrimps und die mit Paniermehl panierten und frittierten Nudeln im Tempura-Stil verpassen. Das Restaurant Kasumicho Suetomi (3F Yahata Building, 4-2-13 Nishi-Azabu, Minato; +81-3-5466-1270) mit einer Theke für zehn Personen bietet traditionellere Speisen und eine typische Atmosphäre. Hier sitzen erstmalige Gäste gleich neben Stammgästen, mit Blick auf den Koch Yasuo Suetomi, der seine klassischen Kaiseki-Gerichte im Kappo-Stil zubereitet.

Einen Genuss anderer Art bietet die T.Y. Harbor Brewery (2-1-3 Higashi-Shinagawa, Shinagawa; +81-3-5479-4555), die in einem früheren Lagerhaus am Ufer ihre eigenen Biere herstellt. Vom Fass? Sechs spezielle Varianten - von hellen Ales, bernsteinfarbenem Bier über Weizen, Bio-IPA und Lager bis zu Porter - werden im Haus von T.Y.s eigenen Brauern hergestellt, darunter auch ein monatlich wechselndes Gebräu. Die beste Aussicht auf die Kanäle um den Hafen von Tennozu Isle hat man von einem Sitz auf der Terrasse aus. "T.Y. ist ein Wahrzeichen in der Tennozu-Gegend", sagt Ikegai.

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